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 Die Versöhnung 

Ein Interview Frühling 2001 mit Unni Friis Skogstad und Eystein Eggen.

                                    Von Hans Broch-Nielsen, Volapük Litteratur-und Kulturforum.

Unnis Vater war Oberfeldwebel  in der norwegischen Fallschirmjägerkompanie Schottland 1941-45, mit der polnischen Fallschirmbrigade  der 1st British Airborne attachiert.  Nach dem Kriege  wurde er Hauptmann im norwegischem Heer.

Eysteins Vater war norwegischer Schriftleiter des SS-Leitheft.

Am Kriegsanfang unterstanden beide Männer dem norwegischen General Carl Gustav Fleischer, dem Helden von Narvik 1940. Dann trennten sich ihre Wege.

Getrennt ist  seit fünfzig Jahre auch Frankreich, zwischen der Erbe die Widerstandskämpfer Charles de Gaulle und den Anhängern von  Marschalk Petain in Vichy.

 Zum ersten mal in moderner europäischer Geschichte eine Wiedervereinigung, eine Versöhnung.

Gedenksitzung im norwegischen Bundestag 8. Mai 1995

Belagert  im Einwandererviertel Romsaas,  Titelseite von VG, grösste Zeitung Norwegens.

Gegenwehr  für unsere europäische Freiheit, zusammen mit der Polizei auf Stovner, von Knut Holen gegründet.

Unni HMS- und Qualitätsleiter 2001. Qualitätsdirektor, Institut für Energie und Atomforschung 2007.

Eystein auf niederländischem Fernsehen 2001 , 15. Dezember, Regie Kjetil Saugestad, Redaktion Frans Jennekens.

Eystein Staatsgelehrter 2003

The Norseman

Unser Haus

Auf französischenglischnorwegisch und 

italienisch

Und der Hund. Langstockhaariger Nachkomme von VA1 Fanto von Hirschel. Widerristhöhe 67 cm. Sein Bruder Diensthund am Flughafen Bardufoss im Hochnorden.

 

Unni Friis Skogstad und Eystein Eggen, oben Frühling 2001, unten vier Jahre später verheiratet vor dem norwegischen Parlament, dem Stortinget.

 

Bildetekst

  Herr Eggen! Es ist eine Weile seit wir uns gesprochen haben. Wie ist die Überwinterung verlaufen?

Sehr sippengeprägt mit gloirereichem Resultat.

Mehr erzählen!

Doch. Wie du sicherlich Dich erinnerst, lag die Restaurierung der eggensche Familie mir stark am Herzen. Schliesslich wird es etwas eintönig, immer  weg anzuschauen, dass die Sippe im Verlauf von diesen Jahren  zusammengebrochen ist. Schuld daran ist natürlich Vaterverlust und zweite Weltkrieg. Dass dieses Kümmern von hoheren Mächten beschutzt war, wurde mir klar als ich Norwegens meist intelligente und schönste Frau begegnete, die selbstverständlich eine Skogstad war.

 

 

             Esten Skogstad (1713-1780)

 

  Etwas ausführlicher erzählen.                 

Skogstad ist sozusagen der Hauptteil  des  eggenschen Geschlechtes. Skogstad und Eggen sind gleiche Männerstamm. Sie enstammen beide dem seeligen Esten "auf der Hügel" (i Åsen) in Vingelen, derjenige der während der grossen Steuereinfordreung  1528 von den Behörden entdeckt wurde. Es war aber vom Skogstadzweig, dass die literarische Anlagen sich zum erstsmal  ausgefaltet haben, mit dem Gedicht "Ein Bondemand paa isen gaar" ( Ein Bauernmann auf Eise geht ) aus fruhem 17hundertzahl. Einer von den Skogstadern hatte im selben Jahrhundert eine Büchersammlung von 365 Bänden, etwas ganz ungewöhnliches im damaligen Bauernstand. Als sie obendrauf auch Kunstschmiede und Bärenjäger waren, ist es klar dass wir hier die perfekten Vorbilder haben, um das Geschlecht Eggen wieder auf Fuss zu bringen. Nur den Sängerstuhl im Kvikne Kirche in Nord-Østerdal anzugucken. Dort steht der Regimentsschmied Esten Skogstad mit gehobenem Säbel , knapp rotanliegend uniformiert. Er war im Kirche Vorsänger, denn  die Gabe des Gesanges folgte  dem Geschlecht immer, Skogstad und Eggen allerbeide.

 Warum ist dies nicht früher bekannt?

Nein, wegen der literatkommunistichen Verschleierunsgoperation der Familie. Sie hat einen Nebelteppich uber den fruheren "Haare auf den Zähnen- Männern" der Familie gelegt,  vergleiche nur den rabiaten Familienwiderstand gegen meine Erinnerungen "Der Knabe aus Gimle".

Aber  also jetzt neue Wende?

Stimmt. Ich habe sozusagen "the missing Link" gefunden, eine prächtige Frau mit wirtschaftlichem Hintergrund, früher Chef von Michelins Einkaufsquota von Autoreifen, und gegenwärtig sozialdemokratische Sicherheitsleiterin am Atomreaktor auf Kjeller.

 Scheint mir, als ob Du in den besten Händen  gelandet bist?

Unni Skogstad ist ihre Name. Sie ist nicht nur ehemalige Reiter- und Hundezüchterin. Sie besitzt auch im höchsten Masse den scharfen Sippenintellekt, und ein fast wortmusikalische Formulieringsvermögen, eine Eigenscahft, dass dazu geführt hat, dass Eggen die Familie mit den meisten Mitglierdern im norwegischen Schriftstellerverband ist. Es ist Unnis Mutter , die eine Skogstad ist, Friis Skogstad.

Dass nennt man Zufall.

Kann man sagen. Und dies ist nur  Hälfte der Geschichte. Zusätzlich ist Unni slechthin das Mädchen von Gimle, das nun also den Knaben von Gimle begegnet hat.

 

                                        Gimlemoen Militärlager bei Kristiansand

                                           Gimle des Quisling, Hauptquartier der norwegischen Fascisten

                               Eystein Eggen vor Gimle von  Quisling

                             

Ich dachte, Du warst einmalig?

Insofern. Ich repräsentiere aber nur die eine Hälfte der Streitende des Weltkrieges. Unni repräsentiert die andrere. Ihr Vater war aus den Färöern. Er war  Fallschirmjäger in der norwegischen Brigade in Schottland 1940-1945- Hinterher  wurde er Hauptmann auf Gimlemoen bei Kristiansand, wo Unni also aufgewachsen ist. Aber dass ich eine Dame die sowohl von meinem eigenen Stamm war als  auch Tochter eines Soldaten im  Heer von General Fleischer begegnen sollte, dass ist so fantastisch, dass ich wohl am besten Unni  selbst das Wort  übergebe.

 

 

Ja, Unni. Eystein hat ein ekstatisches Zeugnis von eigener Wiedergeburt im Geschlecht gegeben. Wie erlebst Du das?

Ich hatte das Privileg Eystein zuerst  durch sein Buch "Der Knabe aus Gimle" kennenzulernen. Das Buch ist ja, ausser ungewöhnlich gut geschrieben zu sein, eine ehrliche und empfindliche Schilderung. Aber was mich am stärksten  imponierte, ist die grosse Mut, die er zutage gelegt hat, sein  Vermögen  alleine zu kämpfen, falls notwendig.

Das Buch "Der Knabe aus Gimle" hat auf mich einen starken Eindruck gemacht.  Tatsäclich habe ich vieles vom eigenen Kindheit wiedererlebt. Es wurde mir klar, dass der Krieg keine Gewinner hat.

                         Der Knabe aus Gimle von Eystein Eggen, norwegische Ausgabe.. "Eystein Eggen hat uns ein ehrliches, erregendes und wertvolles Buch gegeben, das jeden betrifft," schrieb  General der Flieger Werner Christie, 1940-45 Jagdfleger der RAF,  in "Aftenposten"  "Am ehrlichsten in Druck", schrieb der bekannte Nordist Einar Haugen, Professor bei  Harvard in Den vereinigten Staaten . Für weitere Besprechungen, siehe Volapük Seite 2 bis 64 . Altbauern und Deutschfreunde, Seite 53545556 und 57.  Parlamentarische Anerkennung von Eggen,  Seite 70 , 7176 , Eggen in der DDR und in Wien, 35 , 61, der deutsche Kaiser Wilhelm II in Balestrand, Seite 73, Aufhebung des Mensurverbotes, Seite 132, der junge Adolf Hitler empfiehlt die Rubonia und Dr. Paul Tafel, Seite 138, und obendrauf 136,137,139,140, letztgezifferte mit 1936 Interview mit Revisor Øyvind Saxlund, Vater des deutschen Schäferhundes in Norwegen. Deutscher Feldzug in Norwegen 1940: 145,146,147,148,149,150. Süd-Tyrolische Umsiedlung:161. Sven Elvestad in Bayern:170,171179,183 Interview mit Adolf Hitler mit Antwort in Hitlers Handschrift:176. Wilhelm II über Schuldfrage 1926:177

                           

Nachdem was Eystein gesagt hat, bist Du ein Tochter des Krieges?

Ich habe mit grossem Interesse auch Eysteins Buch über General Fleischer gelesen ." Der General". Fleischer war von seinen Soldaten sehr respektiert. Ich meine, das Buch dazu stark beiträgt, dem General und seinen  Männern  Genugtuung zu geben.

Ich wurde etwas überrascht, als Eystein sich die künstnerliche Freiheit gab, der General auf den Färoërn sterben zu lassen. Eystein sagt, dass es war um den General einen ehrenvollen Tod zu geben. Mein Vater ist leider tot, weiss aber, dass dies einen starken Eindruck auf ihn gemacht hätte.

 

 

 

                                 Unni Friis Skogstad mit "Hummer", Urenkel von  Ulk von Arlett, Sieger 1995. Unnis erster Schäferhund hiess "Lucy", war eine Hinterlassenschaft  der deutschen in Norwegen.

Lucy, zurückgebliebener deutscher Schäferhund 1945

                                 

 

Dein Vater var auf der gewinnenden Seite. Wie kannst Du behaupten, dass der Krieg keine Sieger hat?

Das kann ich sowohl aus persönlichen Gründen, als auch mit Hintergrund in den gegebenen politischen Führungen. Mein Vater war einer von denen, die nur mit einem blauen Auge davonkam, nach fünf Jahren Eliteübung ohne in Kampf engesetzt zu werden. Dass die Truppe zurückhalten wurde, war stark gegen ihren Willen. Die Unentschlossenheit muss eine enorme Belastung gewesen sein. Wir, Kinder von diesen Soldaten, mussten mit ihren verursachten Wunden leben.

Es ist auch mein Eindruck, dass man nach dem Kriege zurückhhaltend  war, starken militären Vorbilder hervorzuheben. Dies hat dazu geführt, dass man in allzu geringem Grad gewagt hat, dem Kriegseinsatz vieler norwegischen Männer Anerkennung zu geben. Ich wurde sehr überrascht,  im norwegischen Heeresmuseum nur ein Bild von General Fleischer zu finden, ohne seinen Namen darauf.

Gimlemoen Mai 1945. Appell der norwegischen Fallschirmkompanie. Oberfeldwebel John Karlsen  präsentiert seinen Zug dem Kronprinz Olav , dem späteren König Olav V. Der  erste Kompaniechef ,Hauptmann Edward Dycker: "Ich hätte Karlsen gewählt, er kann jeden führen, überall."

Oberfeldwebel John Karlsen

Empfindest Du Dich noch als verfolgter Schriftsteller, Eystein Eggen?

Nein. Es sei denn, dass die Senterpartei (  die alte Bauernpartei ) wieder ins Kulturdepartement komme. Aber Spass beiseite, und  ins Grab mit den Verdrängungen: Mit Unni zusammen spühre ich eine  gewältige offensive Kraft und tiefen Drang, in der Heilung der Wunden der Vergangenheit mitbehilflich zu sein. Die Wirklichkeit ist fantastischer   als der wildeste Roman, jetzt schreibe ich ein Buch über die Liebe.

 

 

 

Unni Friis Skogstad, Qualitätsdirektor, Institut für Energie- und Atomforschung, IFE, Norwegen . Elternhaus in Kristiansand, vom Vater Hauptmann Karlsen auf dem Felsen gebaut, 103

Eystein Eggen, norwegischer Schriftsteller und Staatsstipendiat (Professor vom Staate)) mit grossem deutschen Sprachdiplom. Spitzenzeitung Aftenposten 1999: "Er ist unter den ãusserst wenigen, die Literatur von grosser Kraft und Originalität schaffen".

Norwegisher Bundestag  in der Gedenksitzung am 8. Mai 1995: "Und heute sehen wir deutlicher, daß es Leiden auf beiden Seiten der Fronten war. Das ist auch einer der Gründe dafür, daß nicht alle Norweger ganz an unserer heutigen Freude teilnehmen. Ich denke an diejenigen, die gelitten haben weil ihre Väter während des Krieges die falsche Seite gewählt haben, und an diejenigen die mit einem deutschen Soldaten als Vater geboren wurden. 50 Jahre nachher dürfen wir auch sagen, daß die Rache, die in den Tagen der Befreiung gegen die sogenannten "Deutschdirnen" ausgeübt ist, nicht unter den ruhmreichsten Kapiteln unserer Nachkriegsgeschichte gehört."



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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Unni Friis Skogstad und Eystein Eggen