Nordlicht 30./31.03.2001

Norsk tekst
English text


Am Freitag, den 30.03.2001, wußte ich, daß es sehr gute Chancen für starkes Polarlicht gab, daher entschied ich mich, einen Spaziergang zu machen. Ich ging etwa um halb elf abends los. Zu der Zeit war noch kein Polarlicht zu sehen. Aber es war trotzdem ein schöner Spaziergang im Mondlicht.

Ich war fast auf dem Gipfel meines Hausbergs, des Keiservarden, angekommen, als ich die ersten Zeichen von Nordlicht sah, etwa um 23:45 Uhr. Ich ging weiter bis auf den Gipfel und montierte meine Kamera auf dem Stativ. Aber die nächste Stunde war etwas enttäuschend. Es gab einen Bogen von Ost nach West, der beinahe durch den Zenith ging. Hübsch, aber überhaupt nichts Ungewöhnliches hier im Norden, und er bewegte sich kaum. Ich machte trotzdem ein paar Photos und hoffte auf mehr.




Es war ziemlich windig auf dem Gipfel und wurde immer windiger, so daß es allmählich recht ungemütlich wurde. Ich hatte mich schon beinahe entschieden zurückzugehen, als die Aktivität zunahm. Es formten sich Strahlen und Vorhänge, die Farbe wechselte von grünlich-weiß zu leuchtendem Grün, ich meinte auch einen leichten roten Schimmer zu sehen (auf den Photos ist er sehr deutlich zu sehen). Es war immer noch nicht spektakulär, aber sehr schön, besonders in der Kombination mit der Landschaft und dem Mond, dessen Licht im Meer reflektiert wurde. Die Insel, die auf einigen der Bilder zu sehen ist, ist Landegode, nördlich von Bodø. Ich verbrauchte meinen ersten Film und begann den zweiten.





Ich hoffte immer noch auf mehr, aber nach etwa anderthalb weiteren Stunden entschied ich mich doch zu gehen. Auf dem Weg machte ich noch ein paar Bilder.




Dann, um ca. halb drei (ich war noch nicht weit gekommen), kam es! WOW!!!!!!! So etwas habe ich noch nie gesehen! Plötzlich war der ganze Himmel mit grünem und hellrotem Polarlicht gefüllt! Ich sah mehrere Koronen, die schnell aufeinander folgten. Ich wußte nicht, wohin ich schauen sollte, überall war etwas los. Ich machte viele Photos, der zweite Film war schnell voll, und ich wechselte, so schnell ich konnte, den Film und photographierte weiter. Auch der nächste Film war schnell verbraucht, und noch einen hatte ich nicht, also sah ich mir den Rest nur direkt an (das war eigentlich gut so, denn dadurch konnte ich mich ganz auf's Beobachten konzentrieren). Ich war wie im Rausch! Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, oder absolut zeitlos. Als die Aktivität anfing abzunehmen, stellte ich fest, daß es fast eine Stunde gedauert hatte, ohne je schwächer zu werden!






Als ich anfing zurückzugehen, war eine Weile immer noch einiges los, und ich blieb alle paar Schritte stehen, um zu schauen. Aber kurz bevor ich nach Hause kam, konnte ich kein Nordlicht mehr ausmachen. Es fing auch an, hell zu werden. Ich kam etwa um fünf Uhr zu Hause an und stellte fest, daß ich ziemlich erschöpft war, die Füße schmerzten, der Nacken vom vielen Aufwärts-Sehen etwas steif war usw. Aber ich war noch zu aufgeregt, um Müdigkeit zu spüren. Ich schrieb Berichte über meine Beobachtungen im Internet, kochte mir einen Kakao und ging schlafen, nachdem ich ihn getrunken hatte. Ich träumte vom Polarlicht!

Zurück zu Katjas Polarlichtseite